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Lyme-Borreliose: einige Fakten

Die Lyme-Borreliose, oft auch nur kurz und knapp Borreliose genannt, ist eine Krankheit, deren Bedeutung erst in jüngster Zeit erkannt wurde. Dabei reicht die wissenschaftliche Geschichte bis ins neunzehnte Jahrhundert zurück.

Der erste Artikel, der die Acrodermatitis chronica atrophicans, eine Spätform der Borreliose an der Haut, beschrieb, stammt von Buchwald. Er hat schon 1883 diese Krankheit beschrieben. Viele andere Autoren (Touton, Pospelow, Schwimmer) haben auch schon in dieser Zeit Artikel veröffentlicht, und von Pospelow (1886) wurde der Begriff der "zigarettenpapierartigen" Veränderung der Haut geprägt, den wir heute in fast jeder Arbeit zu diesem Thema lesen.

Auch die ersten Berichte aus Amerika sind sehr alt. 1894 beschrieb Bronson einen Patienten mit Acrodermatitis, wobei er auf Buchwalds Artikel verwies. Sein Patient, ein deutschstämmiger 45-jähriger Einwanderer, habe auch an Attacken von Rheumatismus gelitten.

1932 gab es einen Kongreßbeitrag von Sweizer, der gleich mehrere Dutzend Patienten vorstellte. Er wurde in der Diskussion gefragt, ob alle Einwanderer gewesen seien und antwortete, ein Drittel der Betroffenen seien in Amerika geborene. Die Borreliose ist also auch in Amerika nicht 1975 vom Himmel gefallen, sondern schon lange da gewesen.

In Europa hat man schon 1946 erkannt, daß man die Acrodermatitis mit Penicillin behandeln kann (Swartz), in den fünfziger Jahren wurde von Binder und Hornstein die Übertragbarkeit bewiesen. Trotzdem wurde die Welt erst richtig aufmerksam, als Allan Steere in Lyme/Connecticut eine Serie von Arthritis-Fällen bei Kindern und Jugendlichen fand und so den Grundstein für die weiteren Entdeckungen legte. Willy Burgdorfer konnte schließlich den Erreger enttarnen.

Trotz der wahrhaft langen Geschichte der Borreliose könnte man bisweilen meinen, sie würde täglich neu entdeckt. Es kursieren die wildesten Gerüchte, abenteuerliche Theorien und Behandlungevorschläge.

Wir haben deshalb hier einige Materialien zusammengetragen, die Ärzten und Patienten helfen sollen, mit dieser komplexen Erkrankung besser umgehen zu können.